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Antwort auf: Verunsicherung und Ratlosigkeit

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Antwort auf: Verunsicherung und Ratlosigkeit 2016-10-13T09:27:43+00:00
Placeboforte
Moderator
Beitragsanzahl: 72

Hallo Hans Werner,

vereinfacht läuft das mit der Gicht so ab: Über viele Jahre ist der Harnsäurewert unbemerkt zu hoch. Es bilden sich Harnsäureablagerungen. Irgendwann kommt es dann zum Gichtanfall. Wird jetzt die Behandlung mit Medikamenten zur Senkung des Harnsäurewerts begonnen, dann sinkt der Harnsäurewert im Blut (bei richtiger Dosierung des Medikaments) in kurzer Zeit auf den angestrebten Wert. Die Harnsäureablagerungen benötigen allerdings einige Monate um sich aufzulösen. Hierbei kann es zu Gichtanfällen kommen, das ist normal. Da muss man entweder durch oder man nimmt vorbeugend Medikamente. Nach sechs bis zehn Monaten sind alle Harnsäureablagerungen aufgelöst, es kommt zu keinen weiteren Gichtanfällen mehr; man merkt nichts mehr von der Gicht.

Das lässt sich aus meiner Sicht ganz gut mit der von Dir beschriebenen Situation in Deckung bringen. Aus meiner Sicht ist Dein HS-Wert OK, acht Monate nach Therapiebeginn sollte es jetzt auch mit den Gichtanfällen vorbei sein.

Da der HS-Wert OK ist sehe ich keinen dringenden Grund für den Wechsel von Allopurinol auf Adenuric. Da Adenuric den HS-Wert stärker senkt als Allo könnte es nach einem Wechsel möglicherweise zu weiteren Gichtanfällen durch die Auflösung verbliebener HS-Ablagerungen kommen.

Mit dem Allopurinol (oder auch Adenuric) und dem nachgewiesenermaßen geringen HS-Wert kannst Du übrigens normalerweise essen „was Du willst“. Ein einzelnes Stück Fisch kann hier keinen Gichtanfall auslösen. Ich würde Dir hier vorschlagen die Ernährung langsam wieder zu normalisieren und auszuprobieren wie es geht. Normalerweise sollte es hier zu keinen Problemen kommen.

Die hier https://gichtinfo.de/purinarme-ernaehrung-bei-gicht-2/ beschriebenen Regeln für die Ernährung bei Gicht sind gut und ausreichend. Noch mehr (z. B. der völlige Verzicht auf Fleisch) bringt zumindest aus der Gicht-Perspektive keinen zusätzlichen Nutzen.

Das beschriebene Kribbeln / die Taubheit in Zehen oder Fingerspitzen kenne ich nicht als typisches Gicht-Symptom.

Viele Grüße

Placeboforte

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