GichtInfo.de ist unabhängig, werbefrei und ohne finanzielle Interessen.

Antwort auf: Meine Erfahrungen mit Gicht und Pseudo-Gicht

Startseite/Gicht-Forum/Gicht allgemein/Meine Erfahrungen mit Gicht und Pseudo-Gicht/Antwort auf: Meine Erfahrungen mit Gicht und Pseudo-Gicht
Antwort auf: Meine Erfahrungen mit Gicht und Pseudo-Gicht 2017-01-29T17:40:28+00:00
Albrecht
Teilnehmer
Beitragsanzahl: 5

Meine erste Erfahrung mit dem Thema Gicht beginnt vor ca. 25 Jahren. Damals bin ich Ende 20, heute 52 Jahre alt (jung).
Ich hatte erste leichte Gelenkschmerzen; die Untersuchung der Blutwerte weist erste erhöhte Harnsäurewerte aus.
Wie hoch kann ich aus der Erinnerung nicht mehr sagen, der Arzt wies mich aber schon auf eine Auffälligkeit hin.
Ich habe meine damals unsolide Lebensweise (viel Alkohol, viel Süssigkeiten) dann etwas eingeschränkt. Aber nicht für lange, da es mir im Anschluß über viele Jahre immer gut ging.
Mein erster Anfall dann letztes Jahr im August 2016. Befallen war der rechte kleine Zeh. Harnsäurewert 9,4.
Besuch des Hausarztes. Der attestiert aufgrund der Anschwellung, der Rötung und der hohen Schmerzempfindlichkeit (kein Anfassen möglich!!) sofort Gicht. Der Anfall dauert 2 Tage und vergeht ohne Einnahme von Medikamenten.
Mein 2ter Anfall vorletzte Woche am Mittwoch (18.01.17). Der linke große Zeh. Schmerzbeginn in der Früh gegen 3:00 Uhr.
Mittwoch Mittag der Besuch beim Hausarzt, ab Mittags die Einnahme von Diclofenac. Am Morgen des Donnerstag die Einnahme der 3ten Tablette Diclofenac. Ab Mittags Übelkeit, Durchfall, Blut im Stuhl. Diclofenac sofort abgesetzt.
Freitag Mittag Termin beim Hausarzt. Er empfiehlt und verschreibt Prednisolon. Ich bitte darum vorher noch Ibuprofen ausprobieren zu dürfen. Er lächelt etwas über meinen Nachfragen. Später weiß ich warum. Denn das Ibuprofen hilft vielleicht 2 oder 3 Stunden. Aber nicht wirklich schmerzlindernd. Seit Mittwoch morgen (25.01.17) nehme ich jetzt das Prednisolon. Ein mäßiger Erfolg. Abends nehme ich zusätzlich eine Ibuprofen, da die Schmerzen über Nacht immer mächtig bleiben. Katastrophe!! Und das jetzt nach 1 1/2 Wochen keine Nacht durchgeschlafen.
Nun beginnt das Ausschleichen des Kortison (im Prednisolon). Nach also 4 ganzen Tabletten seit Mittwoch (Donnerstag, Freitag, Samstag) nehme ich seit heute Morgen (Sonntag) eine 3/4 Tablette, bis zum Mittwoch, dann 4 mal 1/2, dann 4 mal 1/4, und dann soll damit Schluß sein.
Danach soll ich mit Allopurinol starten. Zusätzlich werde ich allerdings so schnell wie nur möglich probieren zu einem Facharzt zu kommen (Rheumatologen etc.), um diese Quälerei wie bis heute zukünftig so sicher wie möglich auszuschließen. Ich verstehe, dass ich selber viel “versaubeutelt” habe (Essen, Trinken), aber einen Patienten in Deutschland so leiden zu lassen, das verstehe ich nicht. Mein Arbeitgeber ist sicher nicht erfreut, dass ich insgesamt wahrscheinlich mehrere Wochen ausfallen werde.

Ich empfehle, nachdem ich auch viel gelesen (und mich im Bekannten-/Freundeskreis umgehört) habe 😉 den Hausarzt, wenn Euch das Missgeschick wieder befällt, direkt nach Colchicum zu fragen. Am besten vorher schon besorgen und beim ersten Schmerz anwenden. Das scheint mir zumindest gegen die Schmerzen erst einmal die schnellste Hilfe.
Ich werde von meinen Erfahrungen mit der Einnahme von Allopurinol berichten.

Bis bald
Euer Albrecht.

Mit einem Freund teilen