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Gicht trotz gesunder Ernährung und viel Bewegung?

Gicht trotz gesunder Ernährung und viel Bewegung? 2016-03-20T16:42:27+00:00
Max
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Beitragsanzahl: 3

Hallo @jucieterry,

willkommen im Club, jetzt hat es auch dich erwischt.

Deine Gicht-Variante ist eher typisch (Zehschmerzen etc.).

Stell dir vor es geht noch schlimmer.

Bei meinem ersten Gichtanfall (mit 35) war ich mehrere Monate krankgeschrieben (grippeähnlich, hohes Fieber etc.).

Mit 38 dann der zweite Gichtanfall, wieder grippeähnlch, hohes Fieber mehrere Monate, fast ein Jahr krankgeschrieben.

Das Blut war voll mit Harnsäure (und das schon seit Jahrzehnten), die Nieren müde, ich konnte regelrecht spüren wie das giftige und heiße in den Adern floß. Schmerzen überall wo das Blut floß, Nieren- und Leberkoliken usw.

Als es schon fünf vor zwölf und ich fast tot war, haben mich die (übrigens auch asiatischen) Ärzte gerettet.

Jetzt bin ich zum ersten Mal in meinem Leben auf 5,7 mg/dl runter (vor einem halben Jahr waren es noch 8,2 mg/dl) und liege damit sogar unter der von der Deutschen Gichtliga angegebenen Kristallisierungsgrenze von 6,0 mg/dl.

Ich habe auch so wie du Sport betrieben, kaum Alkohol getrunken usw.

Die Veranlagung ist also genetisch bedingt. Das ist mir endgültig klar geworden als ich meine alten Blutauswertungen (von vor 10 und 20 Jahren) ausgegraben habe. Dann habe ich eine Kurve gezeichnet um anschaulich zu sehen wie sich die Harnsäurewerte im Laufe der Jahrzehnte entwickelt haben, und siehe da: ich hatte schon immer erhöhte Werte. Desweiteren habe ich mir Blutanalysen meiner Eltern angeschaut und siehe da: Meine Mutter hat 9,3 mg/dl. Die asiatischen Ärzte haben mir gesagt dass Söhne oft von Müttern Krankheiten vererben. Meine Mutter hatte aber nie Gichtanfälle, bei Frauen begünstigt Östrogen die Ausscheidung von Harnsäure. Gleichwohl hat sie aber Hyperurikämie, da sie über Gelenkenschmerzen klagt.

Nun habe ich mit 5,7 mg/dl die Hyperurikämie weggedrängt und die Blutvergiftung ist auch weg, auch die Leber- und Nierenkoliken.
Ich habe mehr Energie und man könnte meinen das Problem wäre gelöst, aber…
… das Problem ist nicht gelöst. Es geht immer mehr in die Gelenke. Nach jeder Mahlzeit gibt's Spitzen an Harnsäurewerten die man mit einer Blutanalyse morgens nüchtern gar nicht mitbekommt. Auf dem Papier sind die Werte besser geworden aber die Harnsäure sammelt sich bei mir in den Füssen und Händen. Meine Finger, Zehen und der Hinterkopf tun immer öfter weh.

Ich gehöre zu den wenigen Menschen, die erhöhte Harnsäurewerte riechen können (je mehr Purine in gegessenen Lebensmitteln desto stärker stinkt mein Urin. Nur bei Milch, Wasser, Gurken, Tomaten und Eiern stinkt es nicht).

Die Auswahl an Lebensmitteln die ich essen kann ist sehr klein. Bei vielen Gemüsesorten bekomme ich außerdem Durchfälle. Und wie ich festgestellt habe blockieren Durchfälle (aber auch Alkohol, kalte Lendenwirbelsäule und noch einige Faktoren) den Abbau von Purinen in meinem Körper. Ich bin dann mehrere Tage kaputt und muss das giftige und heiße aus dem Blut mit Hilfe der chinesischen Kräuter wieder ausspülen.

Das Leben mach so kaum noch Spaß. Ständig muss ich kochen und aufpassen was ich esse.

Außerdem muss ich die Teekräuter immer in einer Teekanne in der Tasche tragen und jede Stunde ein bißchen davon trinken. Das nervt. Und ich darf nichts kaltes trinken, muss die Nieren immer warm halten.

Ich kann mich mit der Krankheit immernoch nicht abfinden, vor allem habe ich das Gefühl dass man als Gichtpatient die Folgen der Krankheit bekämpft bzw. versucht die Krankheit auszutricksen, aber die Ursache (die Barriere in den Nieren funktioniert nicht mehr) nicht reparieren kann. Selbst die wirklich guten TCM Ärzte können nicht zaubern und auf der Internetseite der Deutschen Gichtliga steht geschrieben dass die Krankheit nicht heilbar ist.

Aber ich gebe nicht auf und hoffe dass sich der ursprüngliche Zustand wieder herstellen lässt. Die Urmenschen gingen doch Millionen von Jahren lang permanent auf Jagd und haben sich hauptsächlich von Fleisch ernährt. Mir kann doch keiner erzählen dass der menschliche Körper dafür nicht ausgelegt ist. Also muss es Gründe geben warum diese Nierenfunktion ausgeschaltet ist. Alles hat physische Ursachen. Und was physisch ist muss doch repariert werden können. Ich habe auch nicht das Gefühl dass diese Krankheit tief erforscht ist. Lange Zeit haben sich Forscher auf Reuma konzentriert und Gicht stiefmütterlich behandelt.

Ich recherchiere jetzt weltweit danach wie man die Barriere in den Nieren wiederherstellen kann. Es gibt einige Hinweise darauf dass die Nieren müde werden weil sie nicht nur Purine aus Nahrung sondern auch körpereigene Purine (Zysten, Tumore etc.), also in der Summe zu viele Purine, abbauen müssen. Das ist interessante Information, demnach gilt es die Zysten, Tumore zu finden und zu beseitigen. Ich recherchiere in mehrere Richtungen.

Also, nicht aufgeben, kämpfen!

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