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Der akute Gichtanfall

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Der akute Gichtanfall 2016-12-09T18:00:05+00:00

Die Veranlagung für Gicht und ein hoher Harnsäurewert bleiben oft unbemerkt. Daher hat der “Neu-Gichtkranke” seinen ersten Kontakt mit dem Thema Gicht meist in Form des akuten Gichtanfalls. Und dieser kommt bevorzugt bei Nacht (da hier die Körpertemperatur etwas niedriger ist) und ist ausgesprochen schmerzhaft.

Zum Gichtanfall kommt es erst, wenn der Harnsäurewert bereits über einen längeren Zeitraum (in der Regel mehrere Jahre) erhöht ist. Auslöser ist dann meist eine starke Schwankung des Harnsäurewerts, die z. B. durch reichhaltiges Essen, Alkoholkonsum oder Fasten verursacht wird. In den Gelenken kommt es zu einer plötzlichen (zusätzlichen) Bildung von Harnsäurekristallen, Immunzellen reagieren auf diesen Fremdstoff und stoßen einen Botenstoff (Interleukin-1β) aus. Der Körper reagiert hierauf mit einer starken Entzündungsreaktion – der Gichtanfall ist da. (Siehe auch: Erfahrungsbericht Gichtanfall)

 

Gichtanfall durch Harnsäureablagerung

Der akute Gichtanfall

 

Allerdings kann ein Gichtanfall auch durch andere Ursachen ausgelöst werden. Mechanische Einflüsse wie z. B. anstrengende körperliche Tätigkeit, kleine Verletzungen oder das Überdehnen eines Gelenks können dazu führen, dass sich bereits abgelagerte Harnsäurekristalle lösen und in die Gelenkhöhle gelangen, wo sie dann die Entzündungsreaktion auslösen.

Diese nicht ganz so typischen Gichtanfälle können vom behandelnden Arzt leicht falsch interpretiert werden (und daher möglicherweise nicht ausreichend behandelt werden), da ja anscheinend eine andere Ursache als Gicht zugrunde liegt.

Typische Symptome für einen Gichtanfall

  • Starke bis sehr starke Gelenkschmerzen in kleinen oder mittelgroßen Gelenken.
  • Oft ist das Großzehengrundgelenk betroffen.
  • Die Schmerzen treten überraschend (oft nachts) auf .

Ursachen für Gichtanfälle

Grundsätzlich werden Gichtanfälle durch Harnsäureablagerungen in den Gelenken ausgelöst. Oft lässt sich die Ursache für einen akuten Gichtanfall gar nicht ausmachen, manchmal sind es reichliches Essen, Alkoholkonsum, Stress oder andere Ursachen. Daneben gibt es aber auch einige andere weniger typische Ursachen:

  • Crash-Diäten oder Fasten
  • Gelenkverletzungen
  • Infektionen
  • Einnahme harnsäuresenkender Medikamente
Diese Gelenke sind beim Gichtanfall typischerweise betroffen: Fingergelenke, Ellenbogen, Knie, Sprunggelenke und Zehengelenke

Vom Gichtanfall betroffene Gelenke

Vom Gichtanfall betroffene Gelenke

Der typische Gichtanfall kommt in den meisten Fällen bei Nacht und befällt bevorzugt das Großzehengrundgelenk (Fachbegriff für den Gichtanfall am Großzehengrundgelenk: Podagra). Ein Gichtanfall ist enorm schmerzhaft und meist mit einer Rötung, Schwellung und Überwärmung um das betroffene Gelenk herum verbunden. Dazu können sich allgemeine Entzündungszeichen wie z. B. Fieber gesellen.

Neben dem Großzehengrundgelenk können typischerweise die folgenden Gelenke betroffen sein:

  • Der Mittelfuß
  • Sprunggelenk mit Achillessehne
  • Kniegelenk
  • Ellenbogen
  • Daumengrundgelenk
  • Fingergelenke

Mit dem Gichtanfall zum Arzt

Ein Gichtanfall bedarf ärztlicher Behandlung und geeigneter Medikation. Auch wenn Sie sich unsicher sind ob Sie einen Gichtanfall haben könnten: Plötzliche, intensive Gelenkschmerzen sollten einem Arzt vorgestellt werden.

Der erste Ansprechpartner ist der Hausarzt. Gichtanfälle gehören zu seiner täglichen Praxis und er kann in der Regel für die richtige Beratung, Medikation und Krankschreibung sorgen.

Mit (geeigneten) Medikamenten sind die Schmerzen dann nach wenigen Stunden unter Kontrolle, nach ein paar Tagen sind die wesentlichen Beschwerden überwunden. Unbehandelt halten die stärksten Schmerzen etwa zwei bis vier Tage an, nach zehn bis 14 Tagen ist der Anfall dann abgeklungen.

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