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Kaffee und Tee bei Gicht

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Kaffee und Tee bei Gicht 2017-04-02T10:28:48+00:00

Vor gar nicht so langer Zeit wurde Gichtpatienten vom Konsum von Kaffee und Tee abgeraten, da diese Getränke durch das in ihnen enthaltene Purin den Harnsäurespiegel erhöhen würden. Heute weiß man, dass dies nicht der Fall ist, da das Purin in Kaffee und Tee nicht zu Harnsäure abgebaut wird.

Kaffee bei Gicht

Jetzt kommt allerdings noch eine Überraschung aus Amerika: Wissenschaftler haben in einer Studie an 46.000 Personen herausgefunden, dass Kaffee den Harnsäurespiegel (und damit natürlich das Risiko einer Gicht-Erkrankung) signifikant reduzieren kann. Damit werden die Ergebnisse vorhergehender Studien aus Amerika und Japan bestätigt bzw. präzisiert.

Allerdings ist die Wirkung bei Gicht nicht so spektakulär, wie in manchen Presseartikeln beschrieben. Der Konsum von einer bis drei Tassen täglich senkt (statistisch) den Harnsäurespiegel um 0,1 bis 0,3 mg / dl. Mehr Kaffee bringt noch mehr Senkung: Sechs Tassen täglich bringen gut 0,4 mg / dl. Hierbei ist es übrigens weitgehend egal, ob normaler oder koffeinfreier Kaffee getrunken wird. Am Koffein liegt es also nicht.

Die Wissenschaftler nehmen an, dass möglicherweise die im Kaffee enthaltene Chlorogensäure den Effekt auslöst.

Folglich ist Kaffee in Maßen bei Gicht eher positiv zu beurteilen. Ein wirksames Instrument zur Senkung des Harnsäurewertes ist er allerdings nicht.

Link zur Studie (englisch, wissenschaftlich):

Tee bei Gicht

Der oben für den Kaffee beschriebene Effekt trifft leider für den Tee nicht zu. Allerdings hat er auch keine negative Wirkung auf die Gicht, so dass er problemlos genossen werden kann.

Tees bei denen eine harnsäuresenkende oder sonstige für Gicht positive Eigenschaft beworben wird, sollten jedoch kritisch betrachtet werden. Sie helfen in der Regel dem Hersteller mehr als dem Konsumenten.

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