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Purinarme Ernährung bei Gicht

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Purinarme Ernährung bei Gicht 2016-11-06T12:42:49+00:00

Purine werden im Körper zu Harnsäure umgewandelt. Und da die Ausscheidung der Harnsäure bei Gicht erschwert ist, ist die traditionelle Vorgehensweise,  schon die Aufnahme der Purine durch eine geeignete Diät zu reduzieren. Wobei allerdings zu beachten ist, dass nur etwa die Hälfte der Purine mit der Nahrung aufgenommen wird. Die andere Hälfte wird vom Körper selbst gebildet.

[p class=”info”]Hier geht´s zum Video “Ernährung bei erhöhten Harnsäurewerten und Gicht”[/p]

Heute muss daran gezweifelt werden, dass die klassische Gicht-Diät wirklich zuverlässig zum gewünschten Ergebnis führt. Auch wenn zahllose Ernährungsratgeber dies versprechen, bringt diese Form der Ernährung bei Gicht meist keinen ausreichenden Erfolg. Gründe dafür:

  • Das Regelwerk für die Gichtdiät ist nicht ganz einfach zu berücksichtigen.
  • Die purinarme Ernährung ist auf Dauer (und nur das würde tatsächlich etwas bringen) nur schwer durchzuhalten.
  • Und selbst bei “korrekter” purinarmer Ernährung lässt sich der Harnsäurewert selten um mehr als 1 mg / dl senken.

Nach aktuellen Studien scheint die Berücksichtigung einiger wenige Ernährungsregeln bereits ein vergleichbares Ergebnis zu liefern. Eine Studie an 47.000 Männern kommt zu folgendem Ergebnis:

Das Gicht-Risiko …

  • steigt mit der aufgenommenen Menge an Fleisch, Fisch und Meeresfrüchten.
  • sinkt mit der aufgenommenen Menge an Michprodukten.
  • wird nicht beeinflusst von der aufgenommenen Menge an purinreichen pflanzlichen Produkten oder eiweißreichen Lebensmitteln.

Daher sollte der Nutzen einer Ernährung nach der Purintabelle nicht überschätzt werden. In der Regel sind bei Gicht die korrekte Therapie mit einem harnsäuresenkenden Medikament sowie Gewichtsnormalisierung und Alkoholreduktion erfolgversprechender als eine Gicht-Diät.

Link zur Studie (englisch, wissenschaftlich):


Einfache Regeln für die Ernährung bei Gicht

  • Ernähren Sie sich gesund und ausgewogen.
  • Schränken Sie die Konsum von Fleisch, Fisch und Meeresfrüchten ein.
  • Vermeiden Sie die folgenden Lebensmittel mit sehr hohem Puringehalt (Purinbomben) komplett:
    • Innereien (z. B. Leber oder Kalbsbries)
    • Geflügelhaut
    • fette Fische (Hering, Sprotten, Sardellen, Ölsardinen)
  • Trinken Sie wenig oder keinen Alkohol (auch kein Bier).
  • Trinken Sie reichlich alkoholfreie Getränke (vorzugsweise Wasser).
  • Essen bzw. trinken Sie Milchpodukte.
  • Meiden Sie fructosegesüßte Getränke.
  • Setzen Sie nicht ausschließlich auf die richtige Ernährung. Sie kann harnsäuresenkende Medikamente oft nicht ersetzen.

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